Kleine Schritte

Auf einen Blick

Ruth, best ager, Ehefrau eines workoholic, Mutter mit empty-nest-Syndrom - die zwei Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, fährt immer donnerstags in die Stadt, ohne Grund, ohne Ziel. Ruth hätte gerne ... wäre wohl ... müsste mal ... Eigentlich.

Eines schönen Donnertags trudelt Alfons an der Bushaltestelle ein. Der muss ne Macke haben. Ist vielleicht ein Alki. Hat ne Schwäche für Bonbons. Kaut der Ruth ein Ohr ab. Sie ist not amused. Juckt ihn nicht. Er labert ihr die Tasche voll, gibt vor, Tischtennis zu spielen, Feldenkrais-Gymnastik zu machen, Salsa zu tanzen - nur Ballett, das ist nicht so sein Ding. Jedenfalls privatisiert er seit einiger Zeit, war Koch von Beruf, ist in dritter Ehe verheiratet mit ner deutlich jüngeren Frau, die er sehr verehrt, und hat mit ihr zwei Kinder im Alter von 14 und 16. Spätgebärender - wie er sagt. Was soll man sagen? Beide entwickeln freundschaftliche Zuneigung zueinander, gestehen sich gegenseitig, welch Päckchen sie zu tragen haben. Man kann sagen: Sie therapieren sich gegenseitig bei ihren Donnerstag-Dates an dieser Bushaltestelle.

Und es ist für die Voyeure im Theater-Parkett doch ziemlich unterhaltsam

  • zu sehen, wie sie sich gegenseitig Mut machen,

  • mitzufiebern, ob sie Fortschritte machen in Richtung Glück, und

  • mitzuverfolgen, ob ihre Entwicklung nachhaltig ist.

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Mai 2026

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