Kampf um Sichtbarkeit Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

Auf einen Blick

Sonderausstellung „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“, ab 3. Dezember 2022 zu Gast im Edwin Scharff Museum. Im Fokus der Schau steht der Kampf von Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts, um Sichtbarkeit und Gleichberechtigung im Zugang zu Kunst, in einem hauptsächlich männlich dominierten Umfeld.

Erst 1919 wurde Frauen die Aufnahme eines regulären Kunststudiums an der Berliner Kunstakademie erlaubt. Die Öffnung akademischer Kunstausbildung war ein wichtiger Schritt der Emanzipation. Doch wie konnten Künstlerinnen vor 1919 Wahrnehmung und Zugang zur Kunstöffentlichkeit gewinnen?
Die Sonderausstellung „Kampf um Sichtbarkeit“, konzipiert von der Alten Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, widmet sich ausführlich dieser Thematik. Veranschaulicht durch Werke von über 30 Malerinnen und Bildhauerinnen, die trotz Ausschluss von einer geregelten künstlerischen Ausbildung, Eingang in die Sammlung der Nationalgalerie fanden. Die Sonderausstellung umfasst rund 50 Arbeiten aus 140 Schaffensjahren. Unter ihnen finden sich noch heute bekannte Persönlichkeiten der Moderne wie Paula Modersohn-Becker (1876-1907), oder Käthe Kollwitz (1867-1945). Weitere Werke stammen beispielsweise aus den Händen der herausragenden Porträtmalerin Caroline Bardua (1781-1864) oder von Dora Hitz (1856-1924), Hofmalerin am rumänischen Königshaus und Mitbegründerin der Berliner Secession.
Die Ausstellung stellt Ausnahmetalente wie Anna Dorothea Therbusch (1721-1782) vor, die sogar Aufnahme in die Académie Royale fand, oder Ambrosia Tønnesen (1859-1948), die erste Bildhauerin Norwegens. Zu welcher Verve Künstlerinnen fähig waren, zeigen die Arbeiten der erfolgreichen Malerin Sabine Lepsius (1864-1943) oder Sophie Wolffs (1871-1944) eigenwillige Porträtplastiken.
 
Mit ihren vielschichtigen Werken leisteten die Künstlerinnen einen wesentlichen Beitrag zur Kultur ihrer Zeit. „Diese Künstlerinnen haben nachfolgenden Kolleginnen Mut gemacht. Ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass es heute gleichberechtigte Ausbildungs- und Fördermöglichkeiten gibt. Trotzdem ist die Frage nach einer gleichberechtigten Präsentation der Werke von Künstlerinnen und Künstlern noch immer aktuell. Die Ausstellung der Nationalgalerie nimmt uns mit auf eine Reise in vergangene Jahrhunderte und stellt uns beeindruckende Künstlerinnen vor. Ich freue mich sehr, dass wir diese vielschichtige Ausstellung, die in Berlin ein großes Publikum anzog, nun auch in Neu-Ulm zeigen dürfen“, erläutert Dr. Helga Gutbrod, Museumsleitung des Edwin Scharff Museums.
 
 
„Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ ist eine Ausstellung der Alten Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Termine im Überblick

Dezember 2022
Januar 2023
Februar 2023
März 2023
April 2023
Mai 2023

Was möchten Sie als nächstes tun?