25 Jahre Edwin Scharff Museum am Petrusplatz

Auf einen Blick

  • Neu-Ulm
Das 25-jährige Bestehen am Petrusplatz in Neu-Ulm feiern Stadt und Museum und laden Besucherinnen und Besucher zum Sektempfang am 13. Juni um 17.30 Uhr. Es begrüßen Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, Museumsleiterin Dr. Helga Gutbrod und die erste Vorsitzende des Freundeskreises Dr. Beate Merk. Danach gibt es die Möglichkeit, auf 25 Jahre anzustoßen, Erinnerungen auszutauschen und natürlich die Ausstellungen zu besuchen. Nach dem Sektempfang schließt sich bei freiem Eintritt und DJ-Soundteppich eine Abendöffnung an.
Um 19 Uhr gibt es eine Führung von Museumsleiterin Dr. Helga Gutbrod und um 20.30 Uhr findet eine Schauspielführung in der Ausstellung „Gemischtes Doppel“ statt, die in die Zeit der Molls und Purrmanns entführt. Bei hoffentlich lauem Sommerabendwetter können bis 22 Uhr Getränke im Museumscafé erworben und im Innenhof genossen werden. Das Kindermuseum ist an diesem Abend bis 21 Uhr, das Kunstmuseum bis 22 Uhr geöffnet.
 
25 Jahre Edwin Scharff Museum am Petrusplatz – Ein Rückblick
Damals wie heute ein Thema: das Hochwasser. 1999 hat es das Museum jedoch deutlich schlimmer getroffen, denn drei Wochen vor der Museumseröffnung stand die Innenstadt Neu-Ulms unter Wasser. Während die Museumsleiterin in Gummistiefeln die Objekte im Archiv-Keller zu retten versuchte, „hörte man beständig das Tropfen des nachfließenden Grundwassers. Irgendwann wurde es hell und auf der Schützenstraße fuhren Schlauchboote. Das hat für mich die Welt zum ersten Mal auf den Kopf gestellt. Das zweite Mal war dann Corona.“, erinnert sich Helga Gutbrod. Dem Hochwasser zum Trotz konnte das Museum wie geplant am 13. Juni 1999 eröffnet werden.
Dass es seit 25 Jahren das Edwin Scharff Museum nun am Petrusplatz gibt, bedeutet auch, dass es seitdem unter fachwissenschaftlicher Leitung steht, es Sonderausstellungen präsentiert und zahlreiche Vermittlungsangebote bereithält. Zehn Jahre nach Eröffnung am Petrusplatz wurde die Ständige Sammlung zum Namensgeber, dem figürlichen Bildhauer Edwin Scharff, durch eine zweite Sammlung zum konkreten Maler Ernst Geitlinger ergänzt. Seit 2009 geht es noch umtriebiger im Museum zu – denn mit der Eröffnung des Kindermuseums kommen jährlich tausende Kinder mit ihren Familien in die Mach-Mit-Ausstellungen. Seit Beginn an gab es die „Museumswerkstatt“ für Schulklassen und Kindergärten, die nach einem kurzen Ausstellungsbesuch zum eigenen künstlerischen Gestalten einlädt. „Die museumspädagogische Vermittlung war seit Anfang an ein Schwerpunkt. Da lag es nahe, diese Arbeit auszubauen und durch ein interaktives Kindermuseum zu ergänzen.“, sagt Dr. Helga Gutbrod. Einzigartig ist, dass Familien genauso viel Raum zur Verfügung steht, wie der Kunst.
Aus 25 Jahren kann Gutbrod von spannenden Ausstellungen, vielen schöne Begegnungen, aber auch von skurrilen Ereignissen berichten. „Besonders in der Anfangszeit musste sich auch Neu-Ulm erst einmal dran gewöhnen, was das bedeutet, ein Museum zu haben.“ Sie schmunzelt, als sie sich erinnert, wie – damals noch im Edwin Scharff Haus – plötzlich die Ausstellung zur Seite geräumt und stattdessen Massagebänke für eine Physiotherapie-Schulung aufgestellt waren.
„Schön sind für mich vor allem die Momente, in denen wir eine Rückmeldung von unseren Besucherinnen und Besuchern bekommen. Persönlich nach einer Führung, durch Einträge in unser Gästebuch und natürlich auch durch die Tatsache, dass viele Menschen immer wieder zu uns kommen. Manche besuchen bereits als Kinder das Ferienprogramm und kommen dann als Jugendliche und Erwachsene weiterhin zu uns. Dass wir ein Ort sind, den man gerne und oft besucht, zeigt uns, dass unsere Arbeit wichtig und richtig ist.“, freut sich die Museumsleiterin.
Dass „Museum“ ein soziales Ereignis ist, zeigte die Pandemie. Nicht nur das Museumsteam war glücklich, als sich endlich die Türen wieder öffneten, auch die Besuchenden selbst hatten das Museum vermisst.
Eine Ausstellung, die der Museumsleiterin – neben vielen anderen – sehr gut in Erinnerung geblieben ist, ist „Neu-Ulm* Eine fotografische Expedition“. Der Fotograf Frank Wache durchstreifte dafür fünf Stadtteile Neu-Ulms und fotografierte unzählige Motive. Wache dokumentierte zudem Privaträume von Menschen, die sich davor bereit erklärt hatten, ihn einzulassen. Mit 15.000 postkartengroßen Fotos wurden die Wände des Museums 2005 von oben bis unten beklebt. Besonders eindrucksvoll: kurz danach wurde die Bahnstrecke tiefergelegt und das Stadtbild Neu-Ulms änderte sich grundlegend.
 
Und was kommt als Nächstes?
Ein Gutes hatte die Pandemie: „Wir konnten die letzten Jahre Revue passieren lassen und vor allem im Kindermuseum den Grundstein für eine erste eigene Ausstellung legen. Das war ein großer Wunsch meinerseits, eigentlich schon, seit wir das Kindermuseum eröffnet haben.“, erzählt Dr. Helga Gutbrod. Die Mach-Mit-Ausstellung mit dem Arbeitstitel „Was DU alles kannst. Eine Forschungsreise in die Welt der Tätigkeiten“ wird Ende Oktober dieses Jahres eröffnet werden.
Und auch sonst gibt es einige Projekte, auf die sich die Museumsleiterin freut: „Derzeit sind zwei Ausstellungen zum künstlerischen Tanz und seiner Beziehung zur Bildenden Kunst in Vorbereitung. Und das dreijährige Projekt einer Online-Datenbank zu Edwin Scharff startet im Herbst, was sein Schaffen in der Öffentlichkeit sichtbarer und zugänglicher machen wird und damit einen weiteren wichtigen Grundstein der Museumsentwicklung bilden wird.“

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